Diamant Diamanten erkennt man auf dem Amboß, indem sie den Schlag derart zurückweisen, daß der Hammer
beiderseits zerspringt und selbst Ambosse bersten. Probieren Sie's aus! Ihr Juwelier freut sich über jeden neuen Kauf!
Man legt ihm viele Eigenschafften bey, als, daß er, wie Plinius schreibt, dem Hammer
widerstehe, in Bocks=Blut weich werde, wenn man ihn unter den Magneten leget, denselben binde,
daß er kein Eisen an sich ziehen könne, in Gold, Silber oder Stahl gefaßt, und an lincken Arm
gebunden, wider Unsinnigkeit, wilde Thiere, Krieg, Hader und Gifft, Fantasey und Anfall des
bösen Geistes diene, welches aber alles falsch, und ungegründet ist.
Die Vorstellung, der Diamant werde durch Bocksblut bezwungen, entstammt der antiken
Heilkunde, die Bocksblut für ein stark erweichendes und auflösendes Mittel hielt und dieses
z.B. gegen Nierensteine verschrieb. Desgleichen sollte der Diamant, in den Harnstrang
eingeführt, Blasen- und Nierensteine zerbrechen. Diamant soll unbesiegbar machen: noch im
ersten Weltkrieg wurden geweihte Brillantringe getragen, die ihren Besitzer vor Verwundung
schützen sollten. Durch seinen Glanz galt er als Abwehrmittel gegen Dämonen und von diesen
gesandte Krankheiten. Den im April Geborenen soll er Tapferkeit, Treue und Beständigkeit
verleihen.
DoggisteinIn Vorarlberg waren zwei Namensgruppen für Alben und Nachtgeister gebräuchlich: Doggi oder Dogge im Umkreis alter Walsersiedlungen und Schrättling, Schretling, Schrätle oder Schretle im Rheintal, Bodenseegebiet und Bregenzerwald. Trud oder Drud hingegen ist vorwiegend auf Schwaben und Mittelfranken, besonders aber auf den Bayrisch-Österreichischen Raum beschränkt. In Vorarlberg gänzlich unbekannt ist die norddeutsche Bezeichnung (Nacht-) Mahr. Vom Doggi erzählt man auch, daß es nachts durch das Schlüsselloch in Schlafgemächer
schleiche, sich über Kinder lege und an ihnen zu saugen versuche, so daß die Brustwarzen
der armen Geschöpfe am Morgen rot und ganz geschwollen aussehen. Besonders aber in Ställe
kommt es, saugt an den Kitzlein und zieht größeren Geißen die Milch bis auf den letzten
Tropfen aus den Eutern. Ein Feuerstahl um den Hals des Kindes oder des Kitzleins gehängt,
sichert diese gegen die Gewalt des Doggi. Wenn man die Geiß durch einen sogenannten
Doggistein melkt, so ist sie für immer vor dem Doggi sicher. Der Stein ist von mäßiger
Größe, plattrund und hat in der Mite ein rundes Loch; gefunden wird er nur von
einem Glückskinde. Der Doggistein ist dem Lochstein oder Drudenstein anderer Gebiete gleichzusetzen. DrudensteinSynonym für Lochstein, speziell im Salzkammergut gebräuchlich. In Vorarlberg Doggistein. Granat Die Granaten sollen die Krafft haben das Hertz zu stärcken, das Hertzpochen zu steuern,
die Melancholei zu vertreiben, und dem Giffte zu wiederstehen. Allein alle ihre Krafft
bestehet darinnen, daß sie die allzuscharfen Salia vermögen zu mildern, dergleichen auch
alle alcalische Materien thun können. Dahero dienen sie Blut=Stürtzung und den Durch=Fall
zu versetzen, sie werden auf einem Steine gantz subtil gerieben, und von gr. X biß auf
Scrup. I eingegeben. Einige machen auch eine Tinctur davon, welche gegen die rothe Ruhr
gerühmet wird.
In Tirol [...] glaubt man, er warne seinen Träger durch Verlieren des schönen Galnzes vor
nahendem Unglück. [...] So nützte er ihm, wenn er vor Gericht ging, machte auf Reisen
seines Gutes sicher, lieb und angenehm bei allen Menschen und bewirkte, daß ihm alles nach
Wunsch ging.
HyazinthSynonyme: Jacinct, Jechant, Jochant Jacincti der sint trieslaht [drei Arten].
einer ist rôt. unde gruzelot [ körnig].
der ist och aller staine tiurost. dize ist sin natura. Ober in daz fiur geworfen werde, so
man iemere zuoblaset, so er ie roter wirdet. ist ieht suarzes dorane. daz prennet daz fiur
ôz. unte wirt luter. Der ander slahe iechant. der haizet cytrinus. der dolt nieth daz fiur.
Der drite slath iechant déir heizit venetus.der dolt daz fiur. furnams
[durchaus] nieht.
Der rot iochant ist gout dem daz plut wirret. Er ist gout dem der in ein wrmegez
[wurmiges = schlangenverseuchtes] lant vert.
daz ungesunt ist. ober in mittimi hat
[wenn er ihn mit hat].
er sterkt seinen traeger und benimt traurn und üppigz seufzen von dem herzen und macht den
sicher, der in vremdeu lant fert, und sichert den menschen vor dem gemainen schelmentôt und
vor vergift und vor slangen. er macht seinen tragaer got und der werlt genaem.
Die Hyacinthen werden auf einem Steine zu einem unbegreifflichen Pulver abgerieben und zu
allerhand Artzeneyen gebrauchet. Sie sollen gut seyn, das Hertz zu stärken, dem Gifft zu
wiederstehen, freudig zu machen und das Zucken und Ziehen in denen Gleidern zu stillen.
Allein, es bestehet alle Krafft dieses Steines darinnen, daß er alkalinisch ist, deshalben
lindert und tilget er die Säure in dem Leibe, stillet den Durchlauff, und verstllet das
Bluten. Auf ein Mahl wird ein halber Scrupel, bis auf ein Quentlein schwer da von gegeben.
Cardanus schreibt diesem Steine besondere Tugenden zu wenn er meldet, daß er am Finger
getragen das Hertz erfreue, den Schlaff befördere, die Pest vertreibe, den Donner abwehre,
den Verstand schärfft und Ehre und Gunst zu Wege bringe. Glaublicher ist, daß die Tintur
oder Essentz Hyacinthi das Haupt und Gehirn vortrefflich stärcke, eine gute Hertz=Stärckung
abgebe, vor der Pest und anderen ansteckenden Kranckheiten bewahre, auch den Krebs heile.
Ingleichen wird Hertzstärckende Lattwerge mit anderen kostbaren Simplicien daraus verfertigt,
welche Confectio de Hyacintho heisset und gelb=röthlicht und frisch seyn, auch ihre rechte
Dicke haben muß, wenn sie gut heissen soll. Und weil ein grosser Betrug damit vorgehet, soll
man sie von aufrichtigen Materialisten und Apothekern, und nicht von denen Land=Streichern
kauffen, welche solche mit Honig, Bolus und Metall nachmachen.
Der Name Hyazinth hat im Laufe der Jahrhunderte einen nicht unbedeutenden Bedeutungswandel mitgemacht. Ursprünglich stand roter Hyazinth für Rubin (= Karbunkel), blauer für Saphir, und gelber für gelben Korund. Bereits bei Konrad von Megenberg führt nur noch der gelbe Korund diesen Namen. Ende des 18. Jahrhunderts wurden unter Hyazinth die verschiedensten Farben und Steine subsummiert: Korund, Topas, Zirkon, Granat. Heute versteht man unter diesem Namen einen gelbroten oder roten Zirkon. Die ihm im Altertum zugeschrieben Wirkung, Aborte zu bewirken, ist von der Wurzel der gleichnamigen Heilpflanze übernommen, die als harntreibendes Mittel galt. Seine angebliche Kraft gegen den Blitz beruht wohl auf einer Verwechslung. Kapaunenstein Etwan wird dem Hann nach drey jaren verschnitten / vnd denn laßt man jn fünff oder sechß
jar darnach läben / so wirt in seiner läberen der stein Alectoria gefunden: vnd nach dem er
den empfangen / trinckt er nit mer. Darumb so einer disen stein in seinem mund hat / dürst
jn darnach nit weyter ... Physiologus sagt / daß diser stein in des Hanen bauch wachse / dem
nach drey jaren capaunet seye / vnd siben jar darnach läbe: dann zu der selbigen teyt wirt
er jn tragen. Mit disem stein sol man alle ding mögen erwerben vnd überkommen. Denn der ist
gut denen die nieren erkaltet sind. Der von den frawen getragen / macht sy jrem mann
wolgefallen / mach in sighafft kriegen on durst: darumb streytend die künig so den im mund
getragen / gewaltigklichen. Er machet auch den menschen angenähm. Daß er aber dise ding
alle vermöge / sol er im mund verschlossen getragen werden.
Ein durchsichtiger Stein, in Gestalt eines Crystall und Groesse einer Bohnen, welcher in
der Leber oder dem Magen eines Capaunen gemeiniglich vier oder neun Jahr hernach, nachdem
er cappauner worden, gefunden wird, und von dem verhaltenen Samen, durch Huelffe der
natuerlichen Hitze zusammenrinnen soll. Etliche sind auch von Farbe braunlicht, und mit
Bluth=rothen Adern vermenget, aber gar rar und selten anzutreffen. Wenn dergelichen Stein
im Cappaunen ist, soll er nicht mehr sauffen. Diesen Stein im Munde gehalten, soll wegen
seiner solarischen Krafft streitbar und sieghafft machen.
Lavezsiehe Speckstein Marmaroscher Diamanten Das siebente Geschlecht [der Diamanten]
ist zuweilen rund, zuweilen auch sechseckicht, einige sind härter, einige auch weicher,
als die andern, haben ihren Namen von dem Orte, da
sie gefunden werden. Dahero einige Böhmische, einige Englische, andere Schottische, noch
andere Ungarische, wie auch welche Armenische heissen. Unter den Geschlechtern der eckichten
sind einige die weichsten, und nicht viel besser, als Crystallen. Etliche unter den runden
sind den Kiesel=Steinen gleich, aber weit härter, und diese haben den Glantz, wie einige
von den orientalischen.
Marmarosch Komitat im westlichen Ungarn, im Süden an Siebenürgen, im Osten an die Bukowina und Galizien,
im Norden an Galizien und das beregher, im Westen an das szathmarer und ugoclaer Komitat
grenzend, hat eine Fläche von 189 QMeilen mit 184470 Einwohnern. [...] Der Hauptreichthum
besteht in Steinsalz, daneben finden sich Gold und zahlreiche Bergkrystalle, von der
verschiedensten Größe, bekannt unter dem Namen marmaroscher Diamanten. Auch an Mineralquellen
ist das Land reich.
Das ehemalige Komitat Marmarosch (= Maramures) liegt heute im nordwestlichen Rumänien. Speckstein Die Beliebtheit rührt auch von der oft gepriesenen Eigenschaft her, in Specksteintöpfen
gekochte Speisen ganz besonders schmackhaft zu machen. Gerade in Italien hielt sich zudem
über viele Jahrhunderte der weitverbreitete Glaube, daß diese Topfe kein Gift in sich duldeten,
[es] ja sogar ausspritzten.
Die Zitate stammen aus:
" [ Des Glossarium Geologicum Magicum 1ter Theil ! ]
© MIM by J. Georg Friebe |